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Immobilie Überbauung

Nullzinsen – ein Comeback? Warum die Situation nicht mit der letzten Phase vergleichbar ist

Ein Blick auf Zinsen, Prognosen und Hypothekarmärkte in der Schweiz

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat den Leitzins im Juni auf 0,00 % gesenkt. Seither wird spekuliert, ob es bald sogar wieder zu Negativzinsen kommen könnte. Die Meinungen in der Finanzwelt gehen auseinander – doch klar ist: Selbst bei weiteren Senkungen ist die Lage heute deutlich komplexer als bei der letzten Nullzinsphase.

Null- und Negativzinsen: Was erwartet uns?

Die aktuelle Zinsumfrage von Finanz und Wirtschaft zeigt:
Die Mehrheit der befragten Banken, Versicherungen und Vermögensverwalter rechnet bis Sommer 2026 mit stabilen Leitzinsen bei 0,00 %. Nur 4 von 14 Instituten erwarten ab Herbst 2025 eine Senkung auf –0,25 %. AXA Investment Managers hält sogar einen Schritt auf –0,375 % bis Mitte 2026 für realistisch.

Trotzdem bleibt der Tenor klar: Negativzinsen sind nicht ausgeschlossen, aber die Hürde für weitere Senkungen liegt heute höher. Gründe:

      • Bewusstsein über die Nebenwirkungen von Minuszinsen

      • Geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Unsicherheiten

      • Starker Franken, der den Spielraum der SNB limitiert

    Einzelne Häuser wie UBS oder Swiss Life sehen dennoch weiteres Abwärtspotenzial, sollten sich Konjunktur und Inflation deutlich eintrüben.

    Was bedeutet das für Festhypotheken?

    Wichtig zu wissen: Festhypotheken orientieren sich primär an den Swap-Sätzen, nicht direkt am SNB-Leitzins. Diese spiegeln die langfristigen Zinserwartungen der Finanzmärkte wider.

    In den letzten Wochen sind die Swap-Sätze wieder gestiegen, was bereits zu einem leichten Anstieg bei den Festhypotheken geführt hat. Ein tiefer SNB-Zins bedeutet also nicht automatisch tiefere Hypozinsen – im Gegenteil: Die Märkte antizipieren künftige Risiken und passen sich frühzeitig an.

    Warum heute nicht gleich gestern ist

    Auch wenn die Leitzinsen ähnlich tief sind wie damals: Die Voraussetzungen am Markt haben sich fundamental verändert.

      1. Höhere Margen
        Banken verlangen derzeit tendenziell höhere Zinsmargen – teils wegen gestiegener Refinanzierungskosten, teils aufgrund verschärfter Eigenmittelvorgaben.
      2. Neue Regulierungen und Kapitalvorschriften
        Die Kapitalgeber in der Schweiz unterliegen neuen Kapitalanforderungen, was sich direkt auf die Hypothekenvergabe auswirkt.
      3. Bilanzdruck und Risikoaversion
        Banken agieren heute deutlich vorsichtiger – sie bewerten konservativer, vergeben selektiver und reagieren sensibler auf Marktentwicklungen.

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      Was bedeutet das für Eigenheimbesitzer und Käufer?

      Auch bei Nullzinsen:

          • Hypotheken bleiben nicht automatisch günstig.

          • Banken bleiben selektiv und zurückhaltend.

          • Die individuelle Vorbereitung und Bankwahl wird wichtiger.

        Nur wer die Wechselwirkung zwischen Marktzins, Bankpolitik und regulatorischen Hürden versteht, trifft heute fundierte Entscheidungen.

        HYPOPARTNER meint:

        Der Leitzins steht bei null – doch die goldenen Zeiten tiefer Festhypotheken sind (vorerst) vorbei. Der Markt ist komplexer geworden, die Banken agieren zurückhaltender und ihre Spielräume sind enger. Wer heute eine Finanzierung sucht oder bestehende Hypotheken verlängert, braucht Fingerspitzengefühl und Marktkenntnis.

        T: +41 71 508 55 65 
        E: info@hypo-partner.ch